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Überstunden wegen Aufräumarbeiten

ZO/AvU, Mirja Keller 06.01.2018

Weil eine Stromleitung in Egg vom Sturmtief «Burglind» stark beschädigt wurde, mussten Elektromonteure des Kantons Zürich ihre Ferien abbrechen. In Volketswil ist man trotz einigen Schäden grösstenteils glimpflich davongekommen.

Tage nach dem orkanartigen Sturm «Burglind» wird klar, welches Ausmass die Schäden tatsächlich annehmen. In Stäfa wurde eine Hochspannungsleitung von Bäumen und herumfliegendem Baumaterial beschädigt, sodass auch Oberländer Gemeinden für mehrere Stunden ohne Strom auskommen mussten. Auch in Egg sind Stromleitungen nachhaltig betroffen.

Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) mussten für die vielen Reparaturarbeiten im Oberland zahlreiche Netzelektriker frühzeitig aus den Ferien zurückholen. Beeinträchtigt gewesen sei eine Mittelspannungsfreileitung mit 16’000 Volt Spannung, die von einem Baum getroffen worden war. «Über diese Leitung erhält unter anderem die Forchbahn Strom, welche am 3. Januar kurze Zeit nicht mehr versorgt werden konnte», sagt Beat Lamprecht, stellvertretender Bereichsleiter der Netzregion Oberland, zum Schadensausmass.

Reparaturen bis Mittwoch

Dank sogenannten Ringleitungen konnten aber die Versorgung der Haushalte wie auch diejenige der Forchbahn am vergangenen Mittwoch nach kurzer Zeit wiederhergestellt werden. Für die Reparatur der Freileitung mussten die Monteure in einer Höhe von 12 Metern neue Isolatoren anbringen und die Drähte wieder fixieren. Gestern Mittag konnte der Schaden in Linden bei Egg wieder behoben werden.

Weitere Schäden gibt es in Sternenberg mit einem umgefallenen Strommast und in einigen Tösstaler Gemeinden zu beklagen, wo nach wie vor Stromleitungen repariert werden müssen. Die EKZ rechnen damit, dass einzelne grössere Reparaturen noch bis zum nächsten Mittwoch andauern dürften. «Für die Haushalte bestehen in der Stromversorgung aber keine Einschränkungen mehr», sagt Lamprecht weiter. Die entstandenen Materialschäden würden sich zudem in Grenzen halten. Stärker ins Gewicht fallen die zahlreich geleisteten Überstunden: «Wir hatten in den vergangenen Tagen einen grossen Personalaufwand», so Lamprecht. Die Zusammenarbeit habe aber einwandfrei funktioniert.

Kein Vergleich zu «Lothar»

Auch in Volketswil sind die Einsatzkräfte drei Tage nach dem Wintersturm noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. «Wir haben in unserer Gemeinde vor allem Schäden im Wald zu beklagen», bilanziert Tumasch Mischol, stellvertretender Gemeindeschreiber von Volketswil. Wenn das Sturmholz nicht schnell genug weggeräumt werde, könnten sich Schädlinge wie der Borkenkäfer verbreiten.

Zudem mussten die Mitarbeitenden des Werkhofs aufgrund des starken Niederschlags alle Bäche von Schwemmholz säubern, um Überschwemmungen vorzubeugen. «Alles in allem sind wir in Volketswil aber glimpflich davongekommen», so das Fazit von Mischol. Mit früheren Stürmen wie «Vivian» oder «Lothar» könne man das Sturmtief «Burglind» nicht vergleichen.