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Schulpflege-Podium vom 4.2.2013

Georg Klingler 06.02.2013

Am 4.2.2013 fand mit dem Podium zur Ersatzwahl der Schulpflege der erste von proEGG organisierte Anlass statt. Im gut gefüllten Hirschensaal in Egg konnten die Besucherinnen und Besucher die drei Kanditaten Dieter Ochsenbein, Urs Rehhorn und Marcel Ursprung kennen lernen.

Als Einstieg hat die Präsidentin der Schulpflege, Beatrice Gallin, die Aufgaben der Schulpflege umrissen und erläutert, was eine Person für das Amt mitbringen sollte. Für die Schulpflege, welche kantonal geregelt ist, müsse eine Person Fähigkeiten zur strategischen Führung der Schulen, zur Arbeit im Team, ein Gefühl für den haushälterischen Umgang mit den begrenzten Ressourcen und vor allem Zeit mitbringen.

Dann kamen die Kanditaten zu Wort und Patrick Nydegger hat  als erstes erklärt, dass er nicht mehr kandidiert und hat damit das Podium den drei anderen überlassen. Dieter Ochsenbein, Ausbildner für Lerntherapeuten im eigenen Institut und Vater von drei erwachsenen Kindern gehört keiner Partei an und findet, dass er frei und unvoreingenommen an die Themen geht. Urs Rehhorn ist Projektleiter in der Finanzbranche, Vater von zwei Kindern (1 und 4 Jahre alt), Mitglied der SVP und einer „der gerne bewegt“. Marcel Ursprung hat noch keine Kinder, arbeitet als Informatiker bei der ZKB, ist Mitglied der noch jungen Egger CVP und hat Freude an der Ausbildung von Lehrlingen.

Zum Budget meinte Urs Rehhorn, dass dieses transparent und klar sein müsse. Mittel- bis langfristig muss es ausgeglichen sein, dafür brauche es nicht unbedingt mehr Steuerprozente. Für Marcel Ursprung steht das Bedürfnis der Eltern, der Lehrer und der Kinder im Zentrum. Professionalität darf aber im Umgang mit dem Geld nicht fehlen. Dieter Ochsenbein findet, dass wir uns Bildung leisten können und sollen und spricht sich klar dagegen aus, dass bei der Bildung gespart wird.

Die Tagesstrukturen in Egg werden von Marcel Ursprung als gut bezeichnet, besonders der modulare Aufbau gefällt ihm. Tagesstrukturen sollen aber nicht dazu da sein, dass Eltern ihre Erziehungsverantwortung abschieben können und sie sollen auf keinen Fall zu einem Zwang werden. Dieter Ochsenbein findet die Tagesstrukturen müssen den Bedürfnissen der Eltern gerecht werden – um diese optimal auszurichten, müsse man mit den Leuten reden. Ziel ist, dass beide Elternteile arbeiten können, wenn sie das wollen. Urs Rehhorn ist dafür, dass mit den Tagesstrukturen die vorhandenen Bedürfnisse abgedeckt werden und fügt an, dass Eltern ihre Erziehungsaufgaben nicht delegieren sollen.

Die Entscheidungsprozesse der Schulpflege wollen alle drei Kandidaten transparent und offen gestalten mit dem Ziel, dass die Bevölkerung nachvollziehen kann, wie entschieden wird. Dieter Ochesenbein will das Gespräch mit den Leuten eingehen, Urs Rehhorn findet Transparenz auch bei unangenehmen Entscheidungen wichtig und Marcel Ursprung möchte Entscheidungen vor allem Empfänger gerecht kommunizieren.

Die Integration ist auch für alle drei ein wichtiges Thema. Urs Rehhorn möchte Kinder so weit möglich integrieren, findet aber man müsse, sobald ein gewisses Mass an Störungen erreicht ist, Massnahmen ergreifen, um die Klasse vor Querulanten zu schützen. Für Marcel Ursprung ist die Integration eine wichtige Voraussetzung, sie sollte aber die Lehrer nicht überfordern. Im Störungsfall sind individuelle Lösungen angezeigt. Dieter Ochsenbein findet, dass nicht a priori alle Kinder in Regelklassen integriert werden sollten. Wichtig sei, dass die Kinder gut abgeklärt und nicht überfordert würden – die Beurteilung sei aber Sache der Lehrer und nicht der Politiker.

Zum Schluss des Podiums hatte das Publikum die Gelegenheit Fragen zu stellen. Auf die Frage, was eine gute Schule sei, antwortete Marcel Ursprung, eine gute Schule zeichne sich dadurch aus, dass die Kinder optimal auf ihre spätere Rolle in Gesellschaft und Wirtschaft vorbereite. Für Urs Rehhorn zeichnet sich eine gute Schule dadurch aus, dass die Kinder Freude am lernen haben. Sie müsse aber auch Leistungsorientiert sein, betont er. Dieter Ochsenbein findet zufriedene Schüler, glückliche Eltern und ein weitsichtiger Umgang mit den Ressourcen zeichne eine gute Schule aus.

Am anschliessenden Apéro wurde rege diskutiert und mehrfach war zu hören, dass der Anlass geholfen hat, die eigene Meinung zur kommenden Wahl zu bilden.

Aus Sicht von proEGG war es ein voller Erfolg. Bleibt uns noch den Kandidaten und den Zuhörern herzlich zu danken. Bis zum nächsten Mal!