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Eine Bühne für die Schulpflege-Kandidaten

ZO/AvU Andres Eberhard 05.02.2013

Die erste Veranstaltung des neu gegründeten Dorfvereins proEgg stiess auf grosses Interesse: der Hirschensaal war beim Podium zur Wahl um den freien Sitz in der Schulpflege gut gefüllt.

Das Eis war gebrochen, bevor einer der Podiumsteilnehmer etwas ins Mikrofon gesagt hatte. Schulpräsidentin Beatrice Gallin hatte auf die Frage von Gesprächsleiterin Corinne Huber, was ein geeigneter Kandidat für das Amt mitbringen müsse, geantwortet: «Langhaarig, weiblich, schwarze Haare.» Das sorgte für Erheiterung im Publikum – schliesslich sassen auf der Bühne vier kurzhaarige Männer.

Ein Kandidat verzichtet

Die erste Veranstaltung des neu gegründeten Dorfvereins proEgg zog rund 80 Zuhörer in den Hirschensaal. Das grosse Interesse am zweiten Wahlgang für einen Sitz in der Schulpflege, der am 3. März über die Bühne geht, ist erstaunlich – ebenso, dass sich gleich vier Kandidaten um den Sitz bewerben.

«Im ersten Wahlgang wussten wir nicht, wen wir wählen sollten. Informationen zu den Kandidaten waren nur spärlich vorhanden», sagte Sergio Oesch, Initiant und erster Präsident von Pro Egg, in seiner Begrüssung. Transparenz und die Förderung des Austausches untereinander sei ein zentrales Anliegen des Vereins und ein Grund, warum die erste Veranstaltung von Pro Egg ein Podium war.

Die von der proEgg-Medienverantwortlichen Corinne Huber geleitete Debatte begann wie ein Ausscheidungskampf. Patrik Nydegger, der ehemalige Schlagersänger, verabschiedete sich nämlich gleich mit seinem ersten Votum aus dem Rennen. «Ich bin aus persönlichen Gründen nicht mehr wählbar», sagte er. Er werde sich als Mitglied des Elternrats Egg Zentrum für seine Ziele einsetzen.

Später, als er bereits wieder im Publikum Platz genommen hatte, konnte er dennoch einmal punkten: Die Frage eines Zuhörers, wer von den Kandidaten die letzte Schulgemeindeversammlung im Dezember besucht hatte, mussten alle drei Anwärter auf der Bühne verneinen. Nicht so Nydegger, der sich zur Erheiterung aller zu Wort meldete: «Ich war dort.»

Wenige klare Aussagen

Nach Nydeggers Rückzug stehen am 3. März also nur noch drei Kandidaten offiziell zur Wahl: Urs Rehhorn (SVP), Marcel Ursprung (CVP) sowie Dieter Ochsenbein (parteilos). Nach einer Vorstellungsrunde legten die drei Kandidaten ihre jeweilige Sicht zu aktuellen Themen oder Herausforderungen der Schule dar. Ein wirklicher Wahlkampf auf der Bühne fand allerdings nicht statt. Dafür waren alle Kandidaten zu höflich und zurückhaltend. Zudem waren viele ihrer Statements sehr vage formuliert – niemand wollte sich zu sehr aufs Glatteis wagen.

Am ehesten noch rang sich der parteilose Ochsenbein zu klaren Aussagen durch. So sagte er deutlich, dass Sparen bei der Bildung fatal sei. «Es geht um Menschen. Wir müssen die Gelder richtig einsetzen», so der Geschäftsführer eines Instituts für Lerntherapie.

Urs Rehhorn, mit 495 Stimmen der erfolgreichste Kandidat im ersten Wahlgang, sprach sich in Bezug auf das in letzter Zeit in Egg viel diskutierte Schulbudget für Transparenz aus. Auf den Hinweis von Gesprächsleiterin Huber, dass die Gemeinde derzeit stark wachse und die Ausgaben für Bildung weiter steigen würden, gab er zu bedenken, dass in diesem Fall ja auch etwas mehr Geld zur Verfügung stehe. Ursprung schliesslich sprach von einem Dreieck Schüler/Lehrer/Eltern, in welchem es nach Abwägen von Machbarkeiten und Priorisierungen möglichst viele Bedürfnisse zu befriedigen gebe.

Konkreter bei Motivation

Konkreter wurden die drei Kandidaten auf die Frage nach ihrer Motivation. «Ausbildung geht alle etwas an», sagte der Esslinger Ursprung, der in der IT-Abteilung einer Bank arbeitet. «Ich möchte der Schule etwas zurückgeben, nachdem ich selber eine sehr schöne Schulzeit gehabt habe», antwortete Rehhorn, Projektleiter in der Finanzbranche. Und Ochsenbein möchte etwas für die Allgemeinheit tun, nachdem er das Amt nach dem Schulaustritt seiner Kinder objektiver angehen könne.