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Forchbahn macht vorwärts

ZO/AvU Andres Eberhard 24.08.2013

Die Forchbahn muss alle ihre Bahnübergänge sichern. Nun hat sie die ersten Projekte im Egger Dorfzentrum eingereicht. Hier ist am meisten Widerstand zu erwarten, weil die Pläne auch die offene Verkehrsfrage tangieren.

Noch bis Ende 2014 hat die Forchbahn Zeit, um ihre ungesicherten Bahnübergänge mit Schranken zu versehen. Schafft sie das nicht, drohen Restriktionen vom Bund. Im schlimmsten Fall würde ihr die Lizenz entzogen. Da aber davon auszugehen ist, dass schweizweit einige Bahnen diese zeitliche Vorgabe nicht erreichen werden, dürften die Konsequenzen nicht derart drastisch ausfallen.

So oder so: die Forchbahn drückt bei den Bahnsanierungen aufs Tempo. Bis Ende dieses Jahres sollen auf der ganzen Strecke alle Bahnübergänge saniert sein – bis auf diejenigen im Zentrum Egg und in Hinteregg (inklusive Neuhaus). Nun hat sie auch die Projekte für das Egger Dorfzentrum eingereicht. Die Eingabe für den Übergang liegt bei der Landi öffentlich auf (siehe Box). Erfolgt ist die Eingabe für die Übergänge Altes Gemeindehaus und Schulhaus. Noch ausstehend ist der Abschnitt Dorfstrasse bis Kirche, welcher auch den zweiten Fussgängerübergang bei der Haltestelle Egg beinhaltet.

Die Übergänge im Egger Zentrum sind für die Forchbahn entscheidend, ob sie die Zeitvorgabe einhalten kann oder nicht. Denn Verzögerungen waren auf diesem Abschnitt vorprogrammiert. Der Grund dafür ist die Situation in der Gemeinde. Unklar ist noch immer die Frage, ob der Durchgangsverkehr längerfristig weiterhin über die Forchstrasse abgewickelt werden soll. Zudem strebt die Gemeinde gleichzeitig eine Verbesserung der Sicherheit für Fussgänger an – so etwa mit Mittelinseln auf Zebrastreifen. Weil die Forchbahn ihrerseits für die Schrankenanlagen Platz benötigt, braucht es da und dort Verbreiterungen der Fahrbahn.

Info-Veranstaltung geplant

Der Knackpunkt dürfte der Übergang Dorfstrasse zwischen Restaurant Hirschen und Dorfplatz werden. Details zu diesem Projekt sollen im September öffentlich werden. Die Forchbahn plant davor eine Informationsveranstaltung, wie Urs Stucki, der technische Leiter der Forchbahn, verrät. Diese soll am 11. September stattfinden.

Nicht ohne Grund plant die Forchbahn hier sorgfältig: Der Übergang Dorfstrasse ist nämlich nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen Ober- und Unterdorf, er war zuletzt auch im Zusammenhang mit der unsicheren Verkehrsfrage in der Diskussion. Sollte der Verkehr weiter über die Forchstrasse abgewickelt werden, müsse der Übergang für Autos geschlossen werden, argumentiert der Gemeinderat. Widerstand gegen das ForchbahnProjekt, in Form von Rekursen, ist deshalb denkbar: Zumindest falls es eine der drei Verkehrsvarianten ausschliesst, die 2014 zur Abstimmung kommen.

Dass es bei den Bahnsanierungen immer wieder zu Verzögerungen kommt, liegt auch an der Gemeinde. So hat sie beispielsweise gegen das Projekt beim Bahnübergang Altes Gemeindehaus Rekurs eingelegt. Aus Sicherheitsgründen liess der Gemeinderat diesen Übergang für Autos vor Kurzem sogar schliessen. Gemäss den Plänen der Forchbahn jedoch soll er saniert werden.

Landi-Übergang soll verschoben werden

Die Forchbahn möchte den Bahnübergang bei der Landi um 26 Meter in Richtung Kreuzung Forchstrasse/Rällikerstrasse verschieben. Der Übergang verbindet das Gewerbegebiet mit dem Zentrum Rössli bei der Forchbahnhaltestelle Egg. Ein entsprechendes Baugesuch mit Plangenehmigungsverfahren liegt derzeit öffentlich auf.

Urs Stucki, Technischer Leiter bei der Forchbahn, gibt zwei Gründe für die Verschiebung des Übergangs vor der Landi an: erstens seien die Perrons bei der Haltestelle Egg zu kurz. Zweitens würde durch die Verschiebung die Einfahrt in die Tiefgarage des Gemeindehauses vom Übergang entflechtet. «Die Situation wird übersichtlicher.» Die paar Meter, welche einzelne Pendler mehr laufen müssen, möchte er nicht als Umweg ansehen.

Ebenfalls zum Projekt gehört eine neue Mittelinsel für den Fussgängerstreifen beim neu benannten Übergang Egg West. Dieser wurde auf Wunsch der Gemeinde eingeplant. Aufgrund dessen soll auch die Forchstrasse an dieser Stelle verbreitert werden. Die dort aufgestellten Werbeschilder sollen umplatziert werden.

Die Kosten für die Sanierungen der Bahnübergänge teilen sich Forchbahn und Gemeinde zu jeweils 50 Prozent – im Fall Egg West ist dies ein Totalbetrag von 688'000 Franken. Der Baubeginn für den Übergang Egg West ist auf Juni 2014 festgesetzt, die Inbetriebnahme auf August 2014.