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Ein grosser Chilbiplatz bei der Landi

ZO/AvU Andres Eberhard 28.08.2013

 

Die Landi verlässt Egg im Oktober. Die Gemeinde sieht die frei gewordene Fläche als Chance auf einen grossen Platz im Zentrum. Ein entsprechender Gestaltungsplan für das Gebiet Rietwis liegt jetzt öffentlich auf.

Seit vier Jahren schon darf rund um den Egger Viehschauplatz sowie im Gewerbegebiet Rietwis nicht mehr gebaut werden. Das könnte sich bald ändern, denn die vom Gemeinderat erlassene Planungszone läuft im kommenden April ab. Gerade rechtzeitig soll diese durch einen Gestaltungsplan abgelöst werden, damit die Gemeinde über die künftige Nutzung des zentral gelegenen Gebiets bestimmen kann. Der Gestaltungsplan liegt bis im Oktober auf und befindet sich beim kantonalen Amt für Raumentwicklung in Vorprüfung. Am 18. September ist zudem eine Informationsveranstaltung dazu geplant. Die Bevölkerung wird planmässig an der Gemeindeversammlung im Frühling 2014 darüber bestimmen.

Läden unter Arkaden

Kernstück des Plans ist das Areal rund um den Viehschauplatz. Die dort gelegene Landi schliesst im Oktober und zieht nach Mönchaltorf. Das Land hat sie einem privaten Konsortium verkauft. Die Gemeinde ist im Besitz des lang gezogenen Grundstücks auf der anderen Seite der Stationsstrasse. Nun strebt sie offensichtlich an, die beiden schlauchartigen Flächen in zwei rechteckige Grundstücke umzulegen (siehe Grafik). Resultat soll für die Gemeinde ein 3500 Quadratmeter grosser Chilbiplatz, angrenzend an die Forchbahnstation, sein. Für das Konsortium entsteht auf der Ostseite des Platzes eine ungleich einfacher zu überbauende Fläche. Die privaten Bauherren würden zudem davon profitieren, dass die Fläche zur Zentrumszone wird und damit wertvoller – dafür müssten sie die Gemeinde jedoch entschädigen.

Aus dem Plan geht hervor, dass die privaten Bauherren insgesamt drei Gebäude erstellen möchten. In jenem Richtung Chilbiplatz sollen im Erdgeschoss unter Arkaden Läden entstehen, im Obergeschoss werden Alterswohnungen gebaut. In die beiden Gebäude Richtung Mönchaltorferstrasse sollen unten ebenfalls Läden und im Obergeschoss Familien einziehen. Gemäss früheren Informationen des Konsortiums sollen so total 34 Wohnungen mit 2½ bis 4½ Zimmern entstehen.

Noch offen ist, wie der Chilbiplatz gestaltet wird. Klar ist, dass er weiterhin für spezielle Anlässe wie Chilbi oder Viehschau genutzt werden kann. Interessant: Weil der Platz in der Zentrumszone liegt, ist rechtlich nicht ausgeschlossen, dass er dereinst überbaut wird. Im Gestaltungsplan ist im nördlichen Teil des Platzes – dort, wo jetzt die Landi steht – sogar explizit ein Platz für einen möglichen Neubau eingezeichnet.

Tiefgarage unter dem Platz

Klar ist, dass die Stationsstrasse etwas nach Süden verschoben würde. Sie dient unter anderem als Zufahrt zum Platz. Zu reden geben dürfte die Parkplatzsituation. Zurzeit können vor der Landi rund 60 Autos abgestellt werden. Neu sollen sie zu einem grossen Teil in den Untergrund verlegt werden. Geplant ist eine Tiefgarage unter dem Platz, welche zusammen mit einer (zweistöckigen) Garage der geplanten neuen Überbauung eine zusammenhängende Parkfläche ergibt. Beim Bau könne vom bereits bestehenden Niveauunterschied zur tiefer liegenden Mönchaltorferstrasse profitiert werden. Ebenfalls in das Parkkonzept miteinbezogen werden die südlich des Platzes geplanten Ersatzbauten von Privaten (beim ehemaligen Torelli-Gebäude).

Neue Begegnungszone geplant

Im Gewerbegebiet soll durch verschiedene Massnahmen verdichtetes Bauen ermöglicht werden. Vor allem aber sollen neue Verkaufsflächen nur im Zusammenhang mit den bestehenden Bauten möglich sein. Damit soll verhindert werden, dass sich nach Migros und Coop weitere Grossverteiler ansiedeln.

Der Gestaltungsplan macht auch Vorschriften zu den umliegenden Flächen, wo teilweise noch beträchtliches Baupotenzial besteht. Konkrete Projekte gibt es in diesen Gebieten jedoch keine. Ausnahme sind die Gebäude südlich des geplanten Platzes, wo die Gemeinde ebenfalls eine publikumswirksame Nutzung anstrebt. Alle anderen bestehenden Gebäude im Planungsbereich haben Bestandesgarantie.

Aus dem Gestaltungsplan geht zudem hervor, dass die Gemeinde rund um die Kreuzung Mönchaltorferstrasse/Gewerbestrasse eine Begegnungszone plant. Diese würde allerdings weiterhin mit grossen Fahrzeugen befahren werden. Schliesslich ist es die Haupterschliessung für das Areal. Für die Detailgestaltung der Begegnungszone wird dereinst eine separate Vorlage erstellt.