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Landi-Areal wird sich stark verändern

ZO/AvU Benjamin Rothschild 20.09.2013

Durch den Wegzug der Landi wird das Areal rund um den Viehschauplatz ein neues Gesicht erhalten. Anlässlich einer Informationsveranstaltung orientierte der Gemeinderat die Bevölkerung über die Baupläne.

Die Zukunft des Landi-­Areals inter­essiert die Bevölkerung von Egg und Umgebung: Über 200 Leute sind am Mittwochabend der Einladung des Ge­meinderats gefolgt, um sich über den Gestaltungsplan Rietwis aus erster Hand zu informieren. Bereits eine Vier­telstunde vor Veranstaltungsbeginn ist der zweistöckige «Hirschen»-­Saal zum Bersten voll, sodass sich Gemeinde­präsident Rolf Rothenhofer genötigt fühlt, den Anwesenden die Anschaffung von zusätzlichen Stühlen durch die Gemeinde in Aussicht zu stellen. Als Hochbau­- und Planungsvorstand Sil­vano Murchini ans Rednerpult tritt, um über den Gestaltungsplan sowie erste Projektideen zu informieren, herrscht im Plenum gespanntes Schweigen.

Vor Grossverteilern schützen

Der Gestaltungsplan Rietwis löst die Planungszone ab, welche die Gemeinde in Kraft gesetzt hat, um die Ansiedlung weiterer Grossverteiler und ein damit verbundenes erhöhtes Verkehrsauf­kommen rund um den Viehschauplatz zu verhindern. Das vom Plan umfasste Gebiet ist in zwei Teilbereiche unter­teilt. Der östliche Teil fungiert als soge­nannte Gewerbezone. In vier von insge­samt sechs Baufeldern dieser Zone sind neue Verkaufsflächen nur als Teil eines im Baufeld ansässigen Betriebs zuläs­sig. Damit soll das Auftreten weiterer Grossverteiler auch in Zukunft verhin­dert werden. In den beiden anderen Baufeldern befinden sich bereits heute die Grossverteiler Migros und Coop. Aufgehoben wird weiter die Beschrän­kung der zulässigen Baumasse.

Zu Diskussionen Anlass gibt vor allem der Teilbereich West, die soge­nannte Wohnzone, wo weitreichende Änderungen geplant sind. Der Chilbi­-Platz soll zu einem attraktiven öffent­lichen Platz werden, wobei seine kon­krete Ausgestaltung zurzeit noch offen ist.

Chilbi-Platz aufwerten

Die anlässlich der Informationsveran­staltung präsentierten Visualisierungen vermochten aber einen ersten Eindruck des Vorhabens zu vermitteln. Schon heute ist klar, dass die Stationsstrasse nach Süden verschoben wird und sich die Form des Chilbi-­Platzes dadurch verändert, ohne dass dieser an Grösse verliert. Da der Chilbi-­Platz in der Zentrumszone liegt, ist eine allfällige zukünftige Überbauung nicht auszu­schliessen. Fahrzeuge sollen dereinst nicht mehr auf dem Chilbi­-Platz, son­dern in einer Tiefgarage unter dem Platz sowie in der zweistöckigen Ga­rage der neuen Überbauung auf der Ostseite des Platzes abgestellt werden. Die auf dieser Seite des Platzes gelegene Fläche hat die Landi einem privaten Konsortium verkauft, die Gemeinde hatte im Wettbieten das Nachsehen. In diesem Baufeld sollen mindestens drei Gebäude entstehen, in deren Unter­geschosse Läden vorgesehen sind. In den Obergeschossen sind Alterswoh­nungen – das heisst Wohnungen ohne Zutrittshindernisse wie Treppen, Stu­fen usw. – geplant.

Fragezeichen Lärmbelastung

Für die Anwesenden schien vor allem die Frage von Interesse, ob die Ver­schiebung der Stationsstrasse ein er­höhtes Verkehrsaufkommen und damit verbunden ein Mehr an Lärm mit sich bringen würde. Rolf Rothenhofer ver­suchte derartige Bedenken zu zer­streuen, indem er den Charakter der verschobenen Stationsstrasse als reine Zufahrtsstrasse in die Tiefgaragen betonte. Heute würden Autos auf dem Chilbi-­Platz stehen, dies wäre in Zu­kunft nur noch eingeschränkt möglich. «Es wird kein Weniger, aber auch kein Mehr an Lärm geben», so der Gemein­depräsident.

Eine ob dieser Antwort nicht gänzlich zufriedengestellte Zuhörerin machte den Vorschlag, dass man die verschobene Stationsstrasse ja mög­lichst beruhigen könnte, indem man sie zur Tempo-­30-Zone erkläre. Rothen­hofer gelobte, diese Anregung aufzu­nehmen. Von den anwesenden Gemein­devertretern ebenfalls notiert wurde das Anliegen eines Zuhörers, man möge aus Rücksicht auf das Dorfbild im geplanten neuen Dorfabschnitt doch bitte auf das Anbringen von Flachdach­bauten verzichten. Auf die Frage einer Zuhörerin, ob der Gestaltungsplan auch einen Kinderspielplatz vorsehe, antwortete Rothenhofer, dass er dies zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sa­gen könne, da noch keine konkreten Baupläne, sondern lediglich ein Gestal­tungsplan existiere. Dieser liegt noch bis zum 25. Oktober bei der Gemeinde auf und soll der Gemeindeversamm­lung am 17. März 2014 zur Abstimmung vorgelegt werden, falls bis da alle Einwände bereinigt sind.

Bahnübergänge aufheben

Im Rahmen der Bevölkerungs­information durch den Egger Gemeinderat wurde auch über die geplante Sanierung der Forchbahn­übergänge in Egg informiert. Urs Stucki, technischer Leiter bei der Forchbahn, teilte mit, dass der Übergang bei der Landi um 26 Me­ter in Richtung Rällikerstrasse ver­schoben und mit einer auf der Forchstrasse gelegenen Mittelinsel ausgestattet wird. Was den Bahn­übergang bei der Dorfstrasse be­treffe, so werde der Strassenüber­gang aufgehoben, da kein Platz für eine Schrankenanlage bestehe. Neu sei lediglich ein Fussgängerüber­gang mit kleiner Schrankenanlage ohne Mittelinsel geplant.

Aufgehoben würden zudem die Bahnübergänge bei der Kirche, der Fussgängerübergang beim Bahn­hof, an welchem es vor Kurzem zu einem schweren Unfall kam, sowie der Übergang beim Schulhaus. Der Übergang beim alten Gemein­dehaus wird zu einem kleinen Fussgängerübergang, gesichert mit kleinen Schrankenanlagen, zu­rückgebaut. Die erwähnte Planung sei unabhängig von der zukünf­tigen Ortskernumfahrung. Kleine Übergänge liessen sich bei Bedarf wieder zu grossen ausbauen. Bis 2014 muss die Forchbahn sämtliche ihrer insgesamt 47 Bahnübergänge sanieren.