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Neues Gesicht für Egger Schulen

ZO/AvU Werner Gubser 12.02.2014

Im «Hirschen»-Saal wurden der Egger Bevölkerung drei Vorschläge zur Schulhausplanung präsentiert. Trotz intensiven Diskussionen konnten sich die Anwesenden aber nicht auf eine der drei vorgestellten Varianten einigen.

Schulpfleger Christoph Domeisen konnte am Montagabend eine ganze Reihe von Gründen aufzählen, die für eine Erweiterung und Sanierung von Schulhausbauten in Egg sprechen: «Die Schulhäuser stammen aus den Jahren zwischen 1930 und 1960. Sie sind zwar nicht am Zerfallen, aber das Alter ist ihnen anzusehen», meinte er. Weil die Bevölkerung von Egg bis 2030 vermutlich bis auf 9'000 oder gar 10'000 Einwohner ansteigen werde, würden sich auch die Schülerzahlen erhöhen. Weiter würden die vom Kanton verlangten behindertengerechten öffentlichen Gebäude Schulhauserweiterungen und Umbauten unumgänglich machen.

Als Grundlage für das Planungsinstrument namens Masterplan dienten den Schulen von Egg sämtliche momentan verfügbaren Daten, Pläne und Kennzahlen. Diese wurden von der Schulgemeinde zusammengetragen, ausgewertet und für die Planung herangezogen. Den rund 60 Diskussionsteilnehmern wurden drei Varianten in Form von Planstudien zur Auswahl vorgelegt. «Mit dem Meinungsaustausch möchte die Schulpflege gemeinsam mit der Bevölkerung zu einem guten Entscheid für die Gemeinde kommen», sagte Christoph Domeisen.

Unterschiedliche Kosten

Die erste Planstudie sieht eine Sanierung und Erweiterung der Schulanlage Zentrum vor, während die Schule Bützi unverändert bleiben soll. Diese Lösung wäre relativ billig zu haben. Als Nachteil werteten die Besucher aber die Tatsache, dass der Unterricht in zahlreichen verschiedenen Gebäuden stattfinden würde. «Die Schüler müssten dann ständig die Gebäude wechseln», meinte eine anwesende Lehrerin. Auch wären die Aussenräume beschränkt. Beim zweiten Vorschlag würden beide Schulanlagen – Bützi und Zentrum – durch Neubauten erweitert und Schulverwaltung, Musikschule und Bibliothek in die Anlage Bützi integriert. Auf den Plänen einer weiteren Variante ist ein Grossteil der bestehenden Klassenzimmer von Primarschule und Kindergarten am neuen Hauptstandort der Schulanlage Bützi konzentriert.

Die dritte Lösung wurde von mehreren Votanten als zu aufwendig, gigantisch oder schlicht unbezahlbar bezeichnet. Eine grosse zentrale Schulanlage passe nicht zum Dorf, sagte jemand. Auch die finanziellen Auswirkungen machte den Leuten Sorgen: Die dritte Variante würde voraussichtlich zwischen 30 und 40 Millionen Franken kosten. Demgegenüber betragen die Kosten für das erste Projekt zwischen 8,5 und 13,5 Millionen Franken, diejenigen für das zweite zwischen 18,5 und 28,5 Millionen Franken. Bei einer Realisierung der dritten Variante sei mit einer Steuererhöhung von zwei bis drei Prozentpunkten zu rechnen, prophezeite Domeisen. Er präsentierte eine Aufstellung der Summen, die durch Landverkäufe der Schulhäuser in Esslingen, Hinteregg und Bachtel eingebracht werden könnten.

Entscheid im April

Einige Anwesende aus Hinteregg setzten sich für den Erhalt ihres Schulhauses ein. Es wurde vorgeschlagen, dieses nicht zu verkaufen, sondern zu vermieten oder nach einer andern Lösung zu suchen. Ein anderer Votant glaubte nicht, dass es bei einer Steuererhöhung von lediglich zwei oder drei Prozentpunkten bleiben werde. Überdies müssten die Schulgebäude Bachtel erst umgezont werden, sonst könnten sie nicht verkauft werden. Das Finanzielle soll erst einmal klar geregelt werden, sonst würden die Steuern möglicherweise steil nach oben gehen. Eine Eggerin setzte sich für die teure Lösung ein: «Es ist gut investiertes Geld, wenn wir dafür ein fortschrittliches, modernes Schulhaus erhalten.» Eine zentrale Schulanlage bringe nur Vorteile. Auch andere Votanten bezeichneten diese Variante als Ideallösung, während ein anderer Zuhörer auf längere Schulwege aufmerksam machte. «Wenn ich an die Millionen denke, verspüre ich ein Schaudern», sagte jemand und schlug vor, nach Kompromissen zu suchen – sonst sähe er schwarz für die Abstimmung. Ein Teilnehmer schlug vor, zuerst ein Projekt auszuarbeiten und dann einen Wettbewerb auszuschreiben. Bereits im April wird sich die Schulpflege entscheiden, welche Studie weiterverfolgt wird. Gemäss Domeisen ist vorgesehen, den Stimmbürgern im September den Projektierungskredit und ein Jahr später den Baukredit vorzulegen.