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Jetzt muss das Los entscheiden

ZO/AvU, Benjamin Rothschild 31.03.2014

Da sowohl Corinne Huber (proEGG) als auch Andreas Schmid (SVP) 843 Stimmenerzielten, kommt es zum Losentscheid über die definitive Zusammensetzung des Egger Gemeinderats.

Diese Konstellation gab es in der Geschichte von Egg noch nie: Im Kampf um den Gemeinderat erhielten sowohl Corinne Huber (proEGG) als auch Andreas Schmid (SVP) je 843 Stimmen. Das kantonale Gesetz über die politischen Rechte schreibt vor, dass bei einer solchen Ausgangslage der Präsident der wahlleitenden Behörde das Los zu ziehen hat. Somit obliegt es dem mit 1342 Stimmen wiedergewählten Gemeindepräsidenten Rolf Rothenhofer (SVP), am kommenden Dienstag als «Glücksfee» den siebten Egger Gemeinderat zu bestimmen. Voraussichtlich werden bei der Losziehung auch die beiden Kandidaten zugegen sein. Ob die Anwesenheit weiterer Personen erforderlich ist, werde derzeit noch abgeklärt, meint Gemeindeschreiber Tobias Zerobin.

Viermal nachgezählt

Dass der Egger Gemeinderat hart umkämpft sein wird, hatte sich schon vor dem Wahlsonntag abgezeichnet: Zehn Kandidaten peilten die sieben zu vergebenden Sitze an. Vor vier Jahren wurden die amtierenden Gemeinderäte noch allesamt in stillen Wahlen konkurrenzlos bestätigt. Dass sich die Auszählung für die Egger Exekutive in diesem Jahr aber derart langwierig gestalten und einen solch bizarren Ausgang nehmen würde, hatte niemand vorhergesehen. Die Wahlresultate waren nach mehrmaligem Auszählen erst am frühen Abend bekannt. «Insgesamt haben wir viermal nachgezählt», so Zerobin.

Die Tatsache, dass ein Gemeinderatssitz per Los bestimmt werden muss, blieb jedoch die einzige faustdicke Überraschung des Wahltags. Im Vorfeld mit Spannung erwartet wurde das Abschneiden der im Winter 2012 neu gegründeten Partei proEGG. Diese ist links der etablierten bürgerlichen Kräfte anzusiedeln. Dass mit Corinne Huber eine Vertreterin dieser neuen politischen Kraft einen Losentscheid gegen einen SVP-Vertreter erzwang, ist durchaus als Achtungserfolg zu werten. Mit Sergio Oesch verpasste jedoch ein zweiter Vertreter von proEGG den Sprung in den Gemeinderat. Gleiches trifft auf den Parteilosen Peter E. Weber zu. Neu in den Gemeinderat eingezogen ist demgegenüber Maja Gonseth (FDP).

Schulpräsidentin bestätigt

Klar gescheitert ist der Angriff von proEGG auf die Egger Schulen: So gelang es Dieter Ochsenbein (proEGG) nicht, in die umkämpfte Schulpflege einzuziehen. Eine klare Niederlage setzte es für Ochsenbein auch im Kampf ums Schulpräsidium ab: Mit nur 268 Stimmen blieb er im Rennen gegen Amtsinhaberin Beatrice Gallin– die mit 978 Stimmen komfortabel wiedergewählt wurde – weit von einer Überraschung entfernt. Um die fünf Sitze der Rechnungsprüfungskommission rangelten insgesamt sechs Kandidierende. Das Nachsehen hatte der Parteilose Tomi Tusek. Den Sprung in die vierköpfige Baukommission als Einziger verpasst hat der für die SVP neu angetretene Erwin Schnyder.