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Künftige Verkehrsführung in Egg

Gemeinderat Egg 10.07.2014

Gemeinderat setzt Gemeindeabstimmung auf den 28. September 2014 fest und legt zwei Varianten zur Abstimmung vor.

Die Frage, auf welchem Weg der Verkehr in Zukunft durch Egg fliessen soll, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung, dass die Forchbahnübergänge auch im Zentrum von Egg mit Schranken zu versehen sind und dem Umstand, dass im Quartierplangebiet Oberdorf die Erschliessungsvariante festgelegt sein muss, ist diese Frage nun abschliessend zu klären. In Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Verkehr hat der Gemeinderat drei verschiedene Vorprojekte ausgearbeitet. Diese liegen nun vor.

Variante „Zentrum“

Durch das Forchbahnprojekt mit Gleisverschiebung von rund 1,5 m nach Osten kann der Strassenraum im Zentrum an der Forchstrasse erweitert werden. Die heutigen Grünflächen zwischen Arkaden und Strasse werden aufgehoben um einen Gehbereich zu schaffen, der über die Gebäudeflucht bis zur Strasse hin reicht. Ein Mehrzweckstreifen ermöglicht flächiges Queren von Fussgängern zwischen Forchbahnperron und den Arkaden. Die Bahnübergänge Dorfstrasse und Dorfplatz/Kirche werden aufgehoben. Die Neue Meilenerstrasse wird zu einer kommunalen Strasse abklassiert und siedlungsorientiert umgestaltet. Die Gesamtkosten für diese Variante liegen bei rund Fr. 11 Mio., welche durch die Gemeinde, den Kanton sowie die Forchbahn getragen werden müssen.

Variante „oberirdisch“

Die Neue Meilenerstrasse wird in Form einer Spange bis zur Meilenerstrasse verlängert. Der Anschluss an die Meilenerstrasse erfolgt am Knoten Forchstrasse / Meilenerstrasse mit einem Kreisel. Am neuen Kreisel Meilenerstrasse und am Knoten Pfannenstielstrasse werden neue Fussgängerstreifen mit Mittelinseln angelegt und bei der Mündung des Fusswegs Rössliwis wird eine Personenunterführung zur Sicherung der Schulwege erstellt. Die Forchstrasse im Zentrum wird zu einer kommunalen Strasse abklassiert und siedlungsorientiert umgestaltet. Dank der Umgestaltung bleiben die heute bestehenden Forchbahnübergänge im Zentrum auch nach der Sanierung durch die Forchbahn bestehen. Die Gesamtkosten für diese Variante liegen bei rund Fr. 14,8 Mio., welche durch die Gemeinde, den Kanton sowie die Forchbahn getragen werden müssen.

Variante „Ortskernumfahrung überdeckt“

Die Überdeckung stellt das Kernelement dieser Variante dar. Dabei verläuft die Linienführung unterhalb der Neuen Meilenerstrasse in rund 10 m Tiefe und biegt in Form einer Spange in Richtung Meilenerstrasse ab. Der Anschluss an die Meilenerstrasse erfolgt am Knoten Forchstrasse/Meilenerstrasse mit einem Kreisel. Die Überdeckungslänge beträgt rund 299 m. Das Nordportal liegt beim Einlenker Püntstrasse und das Südportal liegt im Bereich Oberdorf in Richtung Meilenerstrasse. Die Anbindung der Pfannenstielstrasse muss aufrechterhalten werden. Dazu ist eine neue kommunale Strasse erforderlich, welche gleichzeitig als Erschliessung des Quartierplangebietes Oberdorf genutzt werden kann. Die Forchstrasse im Zentrum wird zu einer kommunalen Strasse abklassiert und siedlungsorientiert umgestaltet. Dank der Umgestaltung bleiben die heute bestehenden Forchbahnübergänge auch nach der Sanierung durch die Forchbahn bestehen. Die Gesamtkosten für diese Variante liegen bei rund Fr. 40,5 Mio., welche durch die Gemeinde, den Kanton sowie die Forchbahn getragen werden müssen.

Entscheid Gemeinderat

Der Gemeinderat hat nun entschieden, die Varianten „Zentrum“ und „Ortskernumfahrung oberirdisch“ dem Egger Stimmvolk am 28. September 2014 zur Beschlussfassung vorzulegen. Der Anteil der Kosten, welche die Gemeinde Egg zu tragen hat, variieren zwischen rund Fr. 3,9 Mio. (Variante „Zentrum“) und rund Fr. 3,6 Mio. (Variante „oberirdisch“). Diese Kosten umfassen alle Massnahmen wie z.B. die Gestaltung der betroffenen Strassen, die Mitfinanzierung zur Sicherung der Forchbahnübergänge, den Lärmschutz sowie Massnahmen zur Hochwassersicherung der betroffenen Bäche.

Die Variante „überdeckt“ würde gesamthaft rund Fr. 40,5 Mio. kosten, der Gemeindeanteil würde alleine auf Fr. 30 Mio. zu stehen kommen. Der Gemeinderat hat diese an sich technisch bestechende Lösung jedoch aus finanziellen Gründen fallen gelassen. Die Finanzierung dieser Variante hätte jährliche Zusatzkosten von rund Fr. 3,5 Mio. für die Gemeinde verursacht, welche nur durch eine massive Steuererhöhung von mindestens 10% und durch einen weitreichenden Ausgabenverzicht finanziert werden könnte. Der finanzielle Spielraum der Gemeinde wäre auf Jahrzehnte über Gebühr eingeschränkt worden.

Gemeinderat favorisiert Variante „Ortskernumfahrung oberirdisch“

Der Gemeinderat legt bewusst beide Varianten dem Stimmvolk vor, empfiehlt aber gleichzeitig, die Variante „Ortskernumfahrung oberirdisch“ zur Annahme. Der Gemeinderat erachtet diese Variante als grosse Chance, das Zentrum von Egg weiter entwickeln zu können. Zudem bleiben die Fahrzeugverbindung zum Unterdorf sowie die Fussgängerquerung zur Kirche erhalten, was die heutige Trennwirkung durch die Forchbahn und den wegfallenden Durchgangsverkehr minimiert. Auf eine rückwärtige Erschliessung des Märtplatzes via Mönchaltorferstrasse kann verzichtet werden. Bibliothek, Kinderarzt und die ansässigen Geschäfte können somit auch ohne lokale geografische Kenntnisse problemlos erreicht werden.

Schulkinder und Fussgänger müssen keine stark frequentierte Strasse mehr oberirdisch queren. Die Forchstrasse weist künftig ein kleines Verkehrsvolumen auf und die Schulanlage Bützi kann mittels der geplanten Personenunterführung bei der ¨Überbauung Rössli“ sicher erreicht werden. Der Zweiradverkehr erhält auf der Neuen Meilenerstrasse beidseits einen Radstreifen. Zudem kann der Langsamverkehr auch durch die verkehrsberuhigte Forchstrasse fliessen.

Es sind neue Beziehungen zwischen dem geplanten Chilbiplatz, Märtplatz und Dorfplatz möglich. Anlässe wie Märt, Chilbi oder andere Dorffeste können zusätzlich auch auf der verkehrsberuhigten Forchstrasse mitten im Zentrum stattfinden. Die Einkaufsattraktivität im Zentrum wird gefördert, es können Kurzparkierflächen geschaffen werden.

Was passiert, wenn beide Varianten abgelehnt werden?

In diesem Fall, welcher aus Sicht des Gemeinderates unbedingt vermieden werden sollte, würde die Forchbahn ihre Projekte mit der Schliessung des Übergangs beim Märtplatz sowie bei der Kirche realisieren und keine Gleisverschiebung vornehmen. Es entstünde kein zusätzlicher Raum für die Gestaltung der Forchstrasse sowie zur substantiellen Erhöhung der Fussgänger- und Verkehrssicherheit. Trotzdem entstehen für die sog. Variante „Null“ durch die Sanierung der Forchbahnübergänge Kosten von insgesamt rund Fr. 5 Mio., wovon die Gemeinde rund Fr. 1,5 Mio. zu tragen hätte.

Öffentliche Informationsveranstaltung am 28. August 2014

Der Gemeinderat führt am 28. August 2014 eine öffentliche Informationsveranstaltung zu dieser Gemeindeabstimmung durch, an welcher neben dem Gemeinderat auch Vertreter des Kantons der Bevölkerung für Fragen zur Verfügungen stehen werden. Die entsprechende Einladung wird zeitgerecht verschickt werden.

8132 Egg, 10. Juli 2014

Gemeindeverwaltung Egg
Tobias Zerobin, Gemeindeschreiber