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Leserbriefe zum Artikel «Viel Kritik an der Egger Spange», Ausgabe vom 30. August

Ueli Pfister, Esslingen und Antwort von Thierry Brunschwig, Vorstand von proEGG 16.09.2014

Im Vorfeld der Abstimmung zur zukünftigen Verkehrsführung in Egg ist das Dorf geteilt. Als in Esslingen wohnhaftem Bürger ist mir diese Verkehrsführung nicht egal. Die Gegner der Ortskernumfahrung um die Gruppierung ODEgg vom Oberdorf machen sich für die Beibehaltung der Verkehrsführung durch das Zentrum und damit für die Zentrumsvariante stark. Die Gruppierung attraktivesegg vom Unterdorf unterstützt die vom Gemeinderat favorisierte Variante der Ortskernumfahrung.

Nicht verständlich ist für mich die Haltung der neuen Partei proEGG, welche sich im Parteiprogramm auf die Fahne geschrieben hat, sich für die Sicherheit und die Bürger von Egg einzusetzen. Mit der Parole 2x Nein torpedieren sie eine in beiden Varianten verbesserte Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer im Dorf Egg.

Das Unter- und das Oberdorf setzen sich verständlicherweise für die nach ihrer Ansicht jeweils vorteilhaftere Variante ein. Der Gemeinderat Egg hat seine Verantwortung wahrgenommen und die für die ganze Gemeinde sinnvollste Variante gewählt. Der Gemeinderat empfiehlt die Ortskernumfahrung zur Annahme.

Mit der Ortskernumfahrung erhalten wir die Möglichkeit, auf der Neuen Meilenerstrasse wie auch im Zentrum für Radfahrer Radstreifen zu verwirklichen und endlich innerhalb von Egg sichere Verbindungen für Radfahrer zu schaffen. Zudem ist an der Neuen Meilenerstrasse Platz vorhanden, für die Schüler sichere Querungen mit einer Unterführung und mit einem Fussgängerstreifen mit Mittelinsel zu schaffen. Im beruhigten Zentrum können sich der Fussgänger und der Radfahrer vom alten Gemeindehaus bis zum Lichtsignal sicher bewegen.

Die Stimmbürger sollten dem Vorschlag des Gemeinderats folgen, welcher für das ganze Dorf massiv mehr Sicherheit bringt. Die SVP und die FDP unterstützen diesen Vorschlag. Mit der Ortskernumfahrung verhindern wir eine Trennung des Dorfs und ermöglichen dessen Entwicklung.

Ueli Pfister, Esslingen, Ehemaliger Gemeinderat

Antwort von proEGG

In seinem Leserbrief vom 15.9. kritisiert der ehemalige Gemeinderat Ueli Pfister die Haltung von proEGG. Korrekterweise erkennt Pfister, dass der Verein proEGG im Gegensatz zu den Gruppierungen ODEgg und attraktivesegg keine Partikularinteressen verfolgt. Ganz im Gegenteil: der Verein proEGG hat sich intensiv mit den beiden Projekten beschäftigt und stellte fest, dass beide mit massiven Nachteilen verbunden sind. Die Variante „Ortskernumfahrung oberirdisch“ plant eine neue Strasse mit geschätzten 12'000 Fahrzeugen pro Tag inklusive Schwerverkehr. Sie wird mehr Verkehr anziehen und das Wohnquartier im Oberdorf zerstören. Zudem wird die Sicherheit unserer Kinder gefährdet: die neue Strasse führt direkt an Schule und Kindergarten vorbei. Auch wenn eine Unterführung geplant ist: Eine viel befahrene Kantonsstrasse gehört nicht dorthin wo Kinder täglich sind.

Die Variante Zentrum ist hingegen eine maximal teure Mogelpackung. So sind beispielsweise auch bei der Variante Null+ Mittelinseln möglich. Noch im November 2013 wurde die Variante Null+ mit Mittelinsel bei der verschobenen Forchbahnhaltestelle präsentiert. Und wegen der Strassenbreite beim Hirschen wird bei keiner Variante ein Radweg über die Forchstrasse möglich sein. Ein Radweg durch Egg – idealerweise eben nicht auf der Kantonsstrasse - wäre schon seit Jahren realisierbar, es bleibt das Geheimnis von Ueli Pfister, unserem ehemaligen Sicherheitsvorstand, weshalb ein solcher nicht schon längst realisiert wurde.

Eine neue Strasse bzw. eine für den Verkehr attraktivere Durchfahrt kostet viel und wird unweigerlich zu mehr Verkehr durch Egg führen. Die Variante Null+ hingegen kann die Sicherheit für Fussgänger und Radfahrer stark erhöhen. Dann nämlich, wenn der Verkehr durchs Zentrum auf Tempo 30 reduziert wird. Das ist günstig und hoch wirksam: deswegen setzen immer mehr Gemeinden Tempo 30 im Zentrum auch auf Kantonsstrassen durch. Der Verein proEGG setzt sich sachlich für langfristig sinnvolle Lösungen ein und kommt darum zum Schluss, dass 2 x Nein richtig ist.

Thierry Brunschwig, Hinteregg, Vorstand von proEGG