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Egger Badi von Mönchaltorfern mitfinanziert?

ZO/AvU, Lea Müller 16.04.2015

Die Seebadi Egg, die sich auf Maurmer Gemeindegebiet befindet, soll saniert werden. Dieses Vorhaben bringt in der Gemeinde Mönchaltorf eine Diskussion wieder in Gang, die schon seit einigen Jahrzehnten währt.

Die Badi Egg hat ihre besten Tage hinter sich. Die in den 1930er Jahren erstellten Garderobengebäude sind laut der Gemeinde Egg stark sanierungsbedürftig. «Die Sanierung war schon länger ein Thema», sagt Tobias Zerobin, Gemeindeschreiber von Egg. Der Gemeinderat habe darum im letzten Sommer eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. Im Rahmen dieser Studie sei der Umfang der nötigen baulichen Sanierung überprüft und deren Kostenfolgen grob abgeschätzt worden. «Nach Vorliegen aller Ergebnisse wird ein konkretes Bauprojekt ausgearbeitet», sagt Zerobin.

Die Badi Egg wird allerdings nicht nur von Eggern, sondern vor allem auch von Mönchaltorfern benutzt. Mönchaltorf selber besitzt weder Strandbad noch Badi – Anläufe für die Planung eines solchen Angebots gab es allerdings einige. Bereits im Jahr 1971 wurde im Rahmen eines Dorffests Geld für ein eigenes Schwimmbad gesammelt. Damals kamen gut 38 000 Franken zusammen, die aber nie für den Bau eines Bads eingesetzt wurden. Der Betrag ist bis heute zu einer Summe von rund 240 000 Franken angewachsen und wird von einer Stiftung verwaltet.

Initiative für Naturbadi

2011 nahmen vier Mönchaltorfer einen neuen Anlauf, reichten beim Gemeinderat eine Einzelinitiative ein und schlugen den Bau eines Naturschwimmbads in der Nähe der Sportanlage Schwerzi vor. Die Stimmbürger lehnten das Projekt an der Gemeindeversammlung jedoch deutlich ab. «Damals war eines der Gegenargumente, dass Mönchaltorf mit der Egger Badi ja bereits eine Möglichkeit zum Schwimmen habe», sagt Mitinitiant Jonny Billeter. «Das angesammelte Geld nun für die Sanierung der Badi einzusetzen, ist daher nur logisch.» Bereits heute profitieren die Schüler von Mönchaltorf von Gratiseintritten.

Sitzung Ende April

Die Entscheidungsgewalt über das Geld liegt beim Stiftungsrat. «Die finanzielle Beteiligung am Egger Projekt ist eine Option», sagt Eduard Meier, Mitglied des Rats. «Dies würde im Rahmen des Zwecks der Stiftung liegen.» Dieser ist laut Handelsregisterauszug die «Realisierung eines Schwimmbads für die Gemeinde Mönchaltorf durch die Ausrichtung von Beiträgen und/oder Gewährung von Beiträgen an ähnliche Vorhaben, die der Allgemeinheit zugutekommen und gemeinnützigen Charakter haben ».

Ende April werde das Thema in einer Sitzung des Stiftungsrats behandelt. Dann wird sich entscheiden, ob das angesparte Geld für die Mitfinanzierung der Sanierung der Egger Badi eingesetzt werden kann. Für die Gemeinde Egg wären die rund 240 000 Franken ein willkommener Zustupf. «Wir sind bei einer erwarteten finanziellen Belastung von 1,7 Millionen Franken froh um jeden Betrag», sagt Tobias Zerobin.


1,7 Millionen Franken für Neubau

Einer Sanierung der bestehenden Gebäude der Badi Egg steht die Möglichkeit eines Ersatzneubaus gegenüber. «Obwohl ein Ersatzneubau mit rund 1,7 Millionen Franken um rund 400 000 Franken teurer zu stehen käme als die Sanierung, macht er mehr Sinn», sagt Tobias Zerobin. Der geplante Ersatzneubau füge sich zudem besser in die Landschaft ein als das heutige Gebäude. «Die Mehrkosten gegenüber der reinen Sanierungsvariante sind aufgrund der vielen Vorteile angemessen. » Da sich die Badi auf dem Gebiet der Gemeinde Maur befindet, wurde auch diese in die Überlegungen und Absichten von Egg einbezogen. Bereits wurde ein Vorentscheidgesuch in Maur eingereicht, um die Frage zu klären, ob die Variante Ersatzneubau schliesslich auch bewilligungsfähig ist. Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung, welche einen entsprechenden Kredit zu bewilligen hätte. Einen konkreten Zeitplan hierzu gibt es laut Zerobin noch nicht. «Der Finanzplan der Gemeinde bestimmt den Takt», sagt Zerobin.