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Skaterpark Schwerzi bringt neuen Schwung nach Mönchaltorf

ZO/AvU, Manuel Bleibler 11.07.2015

Die glatte Betonfläche des neuen Skaterparks bei der Sportanlage Schwerzi in Mönchaltorf glänzt noch weitgehend graffitifrei in der warmen Julisonne. Aus der Ferne weht das Geräusch der Kirchenglocken über den Platz. Es ist 16 Uhr, am Donnerstagnachmittag. Auf dem angrenzenden Weg flanieren vereinzelte Spaziergänger den bewaldeten Lauf des Aabachs entlang.

Die wuchtige Betonskulptur mit ihren Steilwandkurven, Rampen und Metallstangen wirkt wie ein Fremdkörper in der grünen Umgebung. Entstanden ist der Skaterpark letztes Jahr als Teil der Sanierung und Erweiterung der Sportanlage Schwerzi. Die Gemeindeversammlung im Dezember 2013 hatte dafür mit grosser Mehrheit einen Investitionskredit von 1,66 Millionen Franken genehmigt. Der Anteil für den Skaterpark betrug dabei 250 000 Franken. Die Bauarbeiten begannen im letzten August, seit Januar kann die Anlage befahren werden.

Am stärksten bevölkert ist der Skaterpark jeweils nach Schulschluss am frühen Abend. Momentan ist noch nicht viel los. Es ist noch zu früh. Im flachen Teil der Anlage spielt ein junges Pärchen mit einem Kind. Der kleine Junge trägt einen etwas zu grossen Helm und rollt sitzend auf seinem neongrünen Skateboard die flache Rampe hinunter. Der Vater läuft stützend nebenher. «Richtig skateboarden kann er natürlich noch nicht», sagt die Mutter. «Dafür ist er mit seinen drei Jahren noch zu klein.» Sie seien aus Grüningen, kämen aber öfter hierher an den Aabach zum Spazieren. «Seit mein Sohn die Skateranlage entdeckt hat, ist er davon fasziniert. Jetzt will er auch Skateboard fahren», sagt sie lachend.

Mit etwas Sicherheitsabstand zu dem Kleinkind dreht der zwölfjährige Noa seine Runden. «Am Donnerstag habe ich nachmittags keine Schule», sagt er. «Dann komme ich manchmal hierher zum Üben.» Heute sei er allein, aber manchmal kämen auch seine Freunde mit. Noa ist nicht aus Mönchaltorf, sondern aus Egg. Dort gebe es keinen Skaterpark, sagt er, darum komme er hierher. Doch vielleicht ändere sich das bald. «Diesen Frühling habe ich mit meinem Bruder und ein paar Freunden eine Petition für einen Skaterpark in Egg vorbereitet», sagt er. Sie hätten fast 700 Unterschriften gesammelt und beim Gemeinderat eingereicht. Noch sei aber nicht klar, ob aus ihrer Idee etwas werde.

Ausser einem Helm trägt Noa keine Schutzkleidung. Aber vor Stürzen auf der harten Betonoberfläche habe er keine Angst, sagt er grinsend und deutet auf seine Knie, die mit Narben und halb verheilten Hautschürfungen übersät sind. «Das gehört halt dazu.»

Inzwischen sind weitere Jugendliche beim Skaterpark eingetroffen. Darunter Gian und Uendi. Die beiden 14-Jährigen aus Mönchaltorf benutzen die Anlage regelmässig. «Ich bin einbis dreimal pro Woche hier im Skaterpark», sagt Gian. Vor etwa einem Jahr habe er wieder mehr angefangen zu skaten. Mit dem neu gebauten Park habe das aber nichts zu tun, sondern mehr mit seinen Freunden. «Bei den Jungs in meinem Alter ist Skateboarden recht populär.» Der neue Skaterpark gefalle ihm gut. «Für Anfänger ist er aber fast zu anspruchsvoll», sagt er. Vor allem die Rail, eine Art Geländer zum «sliden», sei zu hoch.

Als der Fotograf eintrifft, sind die Jungs sofort bereit, ihr Können für die Kamera zu demonstrieren. Angeregt diskutieren sie, welche Sprünge auf den Bildern am besten aussehen. «Wir könnten es in der Bowl versuchen», schlägt Uendi vor und deutet auf die grosse Senke im höher gelegenen Teil der Anlage, die an einen trockenen Swimmingpool mit abgerundeten Wänden erinnert. «Oder hier bei der Rampe», sagt Noa. Schliesslich werden mehrere Varianten ausprobiert. Geduldig folgen die Jungen den Anweisungen des Fotografen, bis das Bild sitzt. Als er ihnen das Resultat zeigt, sind sie begeistert: «Cool! Können Sie mir diese Fotos schicken?».