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Egg soll neuen Weiher erhalten

ZO/AvU, Lea Müller 07.08.2015

Die Gemeinde Egg will als Massnahme des ökologischen Ausgleichs sowie als Aufwertungsmassnahme im Rahmen des Naturnetzes Pfannenstil einen Weiher bauen. Dieser kommt in der ehemaligen Kiesgrube Halden zu liegen und soll ohne Zu- und Ablauf ein eigenes Ökosystem bilden.

Im Gebiet Halden/Eggbühl sollen Erdkröte, Schachbrettfalter, Grasfrosch und Waldeidechse bald einen neuen Lebensraum erhalten. Die Gemeinde Egg plant, in der ehemaligen Kiesgrube Halden einen Weiher mit einer Uferzone zu bauen. Die umliegende Fläche wird zudem mit einer Blumenwiesensaat ökologisch aufgewertet. Ob der Weiher auch zum Naturschutzgebiet aufgewertet werden soll, ist noch nicht entschieden. «Das Naturschutzinventar wird derzeit überarbeitet», sagt Robert Rupp, Bausekretär in Egg.

Attraktiver Naherholungsraum

Die Erstellung von Weihern ist eine der Aufwertungs- und Vernetzungsmassnahmen, an denen sich auch das Naturnetz Pfannenstil beteiligt. Es wurde 1998 von der Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil zur Umsetzung des regionalen Richtplans und des Naturschutz-Gesamtkonzepts des Kantons Zürich gegründet. Ein Ziel ist, die Region Pfannenstiel als Lebensraum für Pflanzen und Tiere sowie als attraktiven Naherholungsraum für die Bevölkerung zu erhalten. Zwölf Gemeinden beteiligen sich an diesem Projekt.

Tiere finden ihren Weg selber zum Weiher

Laut Sarah Bösch von der Quadra GmbH, die das Bauprojekt für die Gemeinde Egg ausarbeitete, werde der Weiher durch Regenwasser gespeist. «Bei Trockenheit kann der Weiher aber auch austrocknen», sagt Bösch. «Das ist für viele Tiere, von denen wir hoffen, dass sie sich im und am Weiher niederlassen, aber von Vorteil.» Wo ein Weiher entstehe, habe er auch ohne Zulauf schnell Fische als Bewohner. «Die Menschen entsorgen manchmal ihre überzähligen Goldfische in Gewässern», sagt Bösch. Diese würden sich dann über den Laich von Fröschen und Kröten hermachen. «Wenn der Weiher aber austrocknet, sterben die Fische, und die Amphibien können sich wieder fortpflanzen.»

Ob die gewünschten Tiere den Weiher allerdings als neues Zuhause akzeptieren, ist noch offen. Aufgrund des nahe gelegenen Rällikerbachs sei die Chance gross, dass Erdkröte und Grasfrosch tatsächlich von dort her zum neuen Weiher kämen. «Eine Wanderung über diese Distanz ist den Tieren ohne Weiteres zuzutrauen», sagt Sarah Bösch.

Ehemaliger Zufahrtsweg wird aufgeschüttet

Der Weiher wird nur rund einen Meter tief. Da der Untergrund aus porösem Nagelfluhgestein besteht, wird eine Folie zur Abdichtung eingebaut. Der ausgehobene Ober- und Unterboden wird zur Aufschüttung des ehemaligen Zufahrtswegs zur Kiesgrube verwendet. Der Weg ist ein 2,5 Meter tiefer und 5 Meter breiter Einschnitt in die bestehende Böschung, der die Bewirtschaftung der Fläche erschwert. Zur Erhaltung des Weihers und der Artenvielfalt muss das Gewässer regelmässig unterhalten und gepflegt werden. Ein Landwirt wird über das Naturnetz Pfannenstil einen Pflegevertrag mit der Gemeinde unterzeichnen.

Der Bau des neuen Weihers und die Gestaltung der Umgebung in Egg verursachen laut Bausekretär Robert Rupp Kosten von rund 30 000 Franken. Diese werden von der Gönnerstiftung, der Gemeinde Egg sowie von der Landumlegung Egg getragen. Das Baugesuch zum Projekt liegt noch bis 20. August auf dem Bauamt zur Einsicht auf. Lea Müller In der mittlerweile überwachsenen ehemaligen Kiesgrube werden bald Frösche und Eidechsen einen neuen Lebensraum erhalten. Fabio Meier


ÖKOLOGISCHER AUSGLEICH

Ästhetische Aufwertung durch Landumlegung

Der Bau des Weihers ist eine Auflage von Bund und Kanton als Massnahme des ökologischen Ausgleichs für die Landumlegung. «In der Gemeinde Egg sind in der Landwirtschaftszone noch grössere Gebiete unvermessen», sagt Robert Rupp. «Das Fehlen der amtlichen Vermessung verhindert die Einführung des Grundbuchs gemäss Eidgenössischem Zivilgesetzbuch», sagt Robert Rupp. Die Landumlegung verfolgt unter anderem eine bessere Arrondierung und Erschliessung der Parzellen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung und eine ökologische und ästhetische Aufwertung von Landschaften oder einzelnen Landschaftselementen.

Dies ist beim Grundstück, auf dem der Weiher zu liegen kommt, der Fall. Auf dem östlichen Teil wird der Weiher gebaut, der westliche Teil wird dem ehemaligen Besitzer, einem Landwirt, von der Gemeinde Egg zurückgegeben.

Das Bauvorhaben verursacht Fruchtfolgeflächen-Verluste im Umfang von rund 350 Quadratmetern. Als Fruchtfolgeflächen bezeichnet man qualitativ am besten geeignetes ackerfähiges Kulturland. Diese Flächen können wiederum in Nutzungseignungsklassen aufgeteilt werden. Das Land in Egg liegt in den Klassen 5 oder 6, das sind die schlechtesten, noch als Fruchtfolgeflächen klassifizierten Bö- den. «Als Kompensation werden andere Flächen in der Gemeinde aufgewertet», sagt Rupp. Dies werde zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt.