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Zwei Gemeinden - eine Kläranlage

ZO/AvU, Lea Müller 19.09.2015

Gestern Freitag wurde die Ara Esslingen feierlich eingeweiht. Bereits seit März klärt sie das Abwasser der Gemeinden Egg und Oetwil am See.

Vier Jahre nach dem Spatenstich präsentiert sich die Abwasserreinigungsanlage (Ara) Esslingen im neuen Glanz – soweit dies eine Kläranlage mit ihrem typischen Geruch halt kann. Eigentlich war die Einweihung bereits auf den Herbst 2014 geplant. Aufgrund des Wetters gab es  jedoch Verzögerungen. «Speziell beim Bau der Fernwärmeanlage waren wir an die Jahreszeiten gebunden», sagt Markus Ramsauer, Egger Infrastrukturvorstand (SVP) und Präsident des Zweckverbands Ara Egg-Oetwil am See. «Diese konnten wir  natürlich nicht im Winter einbauen.» Geheizt werden damit neben den Arbeitsräumen der Ara selber auch das Alters- und Pflegezentrum Loogarten sowie die Schulanlage Vogelsang und einige Gebäude mehr. «Dadurch können rund 90 000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden», sagt Benno Obrist, FernwärmeBeauftragter.

Labyrinth-artiger Neubau

Die Fernwärme ist ein eigenes Projekt der Gemeinde Egg. Der Rest der Anlage dient auch der Gemeinde Oetwil am See. Seit 1969 betreibt der Abwasserzweckverband Ara Egg-Oetwil am See eine zentrale Abwasserreinigungsanlage, der Neubau  ist seit März 2015 fertiggestellt. Gestern Freitag waren Planer, Anwohner und Behörden beider Gemeinden zur offiziellen Einweihung geladen. Auf einem Rundgang wurde die Komplexität des Labyrinth-artigen Neubaus erklärt. Von der alten Anlage ist einzig die erste Reinigungsstufe, die mechanische Reinigung, erhalten geblieben. Die restlichen Stufen wurden erweitert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Vorbereitet wurde ebenfalls der Einbau eines Beckens zur Ozonisierung oder zur Behandlung durch  Aktivkohle des Wassers, um die Menge der chemischen Verunreinigungen zu reduzieren. Ob dann einer der Anwesenden einen zünftigen Schluck direkt ab der letzten Reinigungsstufe nehmen wird, bleibt abzuwarten – bei der Einweihung winkten die Experten noch lachend ab, das Wasser sehe zwar klar aus, sei jedoch nur zu 97 Prozent gereinigt. Weiter wird es in den Mülibach geleitet. Die ebenfalls erweiterte biologische Behandlungsstufe wurde beim Rundgang besonders anschaulich erklärt: In einem Film konnte man Mikroorganismen wie Amöben oder Ciliaten beim Fressen beziehungsweise beim Abbau von Kohlenstoff und Stickstoffverbindungen zusehen.

Info-Tafeln für Bevölkerung

Auf dem ganzen Areal der Ara wurden Info-Tafeln angebracht, die die einzelnen Reinigungs schritte erklären. Diese sollen nicht nur am Tag der offenen  Tür morgen Sonntag, sondern auch langfristig der Bevölkerung als Information dienen. Nach telefonischer Anmeldung kann die Anlage jederzeit besichtigt werden.