> Zurück

Wildtiere in Egg gesucht

regio.ch, Lea Müller 26.05.2016

Das Naturnetz Pfannenstil will mit seinem aktuellen Projekt «Wilde Nachbarn» die Bevölkerung auf Tiere im Siedlungsgebiet sensibilisieren. Dabei ist es auf Hilfe angewiesen.

Noch herrscht auf der Website des Projekts «Wilde Nachbarn Pfannenstil» auf der Karte des Egger Gemeindegebiets gähnende Leere. Dies soll sich bald ändern. «Bei vielen Wildtieren sind Vorkommen und Verbreitung in der Region Pfannenstil nur unzureichend bekannt», sagt Christian Wiskemann vom Naturnetz Pfannenstil. «Ein Ziel des Projektes Wilde Nachbarn ist es, Wissenslücken über die Wildtierlebensräume in Siedlungsgebieten zu schliessen.» Dazu werden gemeinsam mit der Bevölkerung der Region Pfannenstil Wildtierbeobachtungen gesammelt. «Wir sind immer auf der Suche nach Wegen, die Bevölkerung zu sensibilisieren, dass unser Siedlungsraum nicht nur ein Habitat für Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen ist», sagt Wiskemann.

Ein ähnliches Projekt gab es bereits vor einigen Jahren in der Stadt Zürich mit Fokus auf dem städtischen Siedlungsraum. Das Naturnetz Pfannenstil, dem neben den Gemeinden des Bezirks Meilen auch die Gemeinde Egg angeschlossen ist, gab den Anstoss dazu, auch die ländlichen Gebiete unter die Lupe zu nehmen.

Dass die Hinweise auf die Wildtierbeobachtungen aus der Bevölkerung kommen, hat aber seine Tücken. «Natürlich gibt es bei manchen Tierarten eine gewisse Fehlerquote, was die Artenbestimmung angeht. Dies soll aber niemanden abschrecken», sagt Wiskemann. «Am besten ist es, wenn die Beobachter eine Foto des Tieres machen, dann können unsere Experten den Eintrag kontrollieren.» Diese kann direkt auf der Website zusammen mit der Beobachtung hochgeladen werden.

Im Siedlungsgebiet seien alle Tiergruppen vertreten. Fuchs, Igel, aber auch Zauneidechsen, Feuersalamander oder Schwalbenschwänze sind in der Region zu Hause. Analysen der Verbreitungsdaten können Hinweise geben, welche Faktoren das Vorkommen einer Art begünstigen oder verhindern. Aufgrund dieser Erkenntnisse können Massnahmen zum Schutz und zur Förderung entwickelt werden. «Die Entdeckung von neuen Tierarten im Siedlungsgebiet ist eher unwahrscheinlich», sagt Wiskemann. «Aber die Natur hält sicher einige Überraschungen parat.»

www.pfannenstil.wildenachbarn.ch