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Skatepark: durchzogene Bilanz

regio.ch, Lukas Elser 27.10.2016

Seit September haben die Jugendlichen von Egg ihren eigenen Skatepark. Doch während die Gemeinde die Vorzüge des mobilen Projekts lobt, reagiert eine Mutter skeptisch.

Das Projekt war von Anfang an ambitioniert: Als begeisterte Skater wünschten sich die Brüder Liam (11) und Noa Manca (13) in Egg ihren eigenen Skatepark. Also sammelten sie Unterschriften und reichten im April letzten Jahres bei der Gemeinde eine Petition mit 668 Unterschriften ein. Schon eineinhalb Jahre später wurde der Park eröffnet.

Die Anlage enthält zehn Elemente, unter anderem eine Quarterpipe, Bänke, Rails und Ramps. Das Projekt hat aber einen Haken – der Park ist nicht fest installiert, sondern mobil. Wollen die Jugendlichen skaten, müssen sie die Teile aus dem Lager des Schulhauses Zentrum holen und auf den Platz nebenan tragen.

Weil das Lager aber verschlossen ist, müssen sie zuerst mit der Skatepark-Betriebsgruppe die Schlüsselübergabe koordinieren. Das wiederum erfordert eine langfristige Planung, die der jugendlichen Spontanität zuwiderlaufen kann.

Kompliziert für Jugendliche

Beatrice Manca, Mutter der beiden Initianten und Mitglied der Betriebsgruppe, findet es schade, dass es keinen fixen Platz für die Skater gibt, wie es die Petition ursprünglich vorsah. Manca sagt: «Die jetzige Lösung ist etwas umständlich und macht die Jugendlichen abhängig von den Erwachsenen.» Die Elemente seien so schwer, dass es ein, zwei Erwachsene brauche, um sie zu installieren.

Und weil die Anlage nicht immer zu sehen sei, würden viele Kinder gar nicht wissen, dass dieses Angebot überhaupt existiere. Manca hofft, dass sich das durch Öffentlichkeitsarbeit in Zukunft ändert.

Bei der Gemeinde ist man zufrieden mit dem Projekt. Denn der Park bedeute für sie keinen Mehraufwand, sagt Kinderund Jugendbeauftragter Roland Rüegg. «Innerhalb der Jugendarbeit hat es nur eine inhaltliche Verlagerung gegeben.» Rüegg sieht im Umstand, dass der Park mobil ist, auch Vorteile: «Der Skatepark ist nicht einfach da. Die Jugendlichen müssen etwas dafür tun, um ihn benutzen zu können.» Dadurch würden sie sich mit dem Projekt stärker identifizieren.

Zudem sei die Lösung pragmatisch. Der mobile Park habe nur 10 000 Franken gekostet und konnte deshalb rasch umgesetzt werden. «Ein fixer Park hätte schnell eine viertel Million gekostet. » Und bis die Petition alle bürokratischen Hürden durchlaufen hätte, wären die Jugendlichen schon zu alt geworden, sagt Rüegg.

Nachfrage noch unklar

Den mobilen Skatepark betrachtet Rüegg als Testphase. «Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt. Wenn sich danach zeigt, dass ihn nur wenige Kinder benutzen, haben wir entweder etwas falsch gemacht, oder es besteht einfach kein Bedürfnis.» Bestätige sich aber die Nachfrage, könne die Gemeinde immer noch über einen fest installierten Park nachdenken.

Lärmklagen abgewendet

Ob der Skatepark gut benutzt werde, kann Roland Rüegg nicht sagen. «Für eine Bilanz ist es noch zu früh.» Lärmklagen habe es bis jetzt keine gegeben. Konflikten mit dem nebenan stehenden Friedhof beuge man vor, indem man sich auf dessen Bestattungszeiten abstimme.


Der Skatepark auf dem Platz der Schule Zentrum steht allen Eggern zur Verfügung. Am Mittwochnachmittag wird er standardmässig aufgebaut. Der Schlüssel ist in der Drehscheibe Egg hinterlegt und kann während Bürozeiten abgeholt werden. Skaten darf man an Werktagen bis abends um 21 Uhr und am Freitag und Samstag bis 22 Uhr.