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Egger schicken Parkplatzkonzept zurück

ZO/AvU, Lea Chiapolini 22.03.2017

Der Planungskredit für den Ausbau der Schulanlagen Bützi und Güetli sorgte an der Gemeindeversammlung Egg für Gesprächsstoff, wurde aber genehmigt – anders als der Kredit für die Umsetzung des Parkplatzkonzepts.

Dem ersten Schritt der Egger Schulraumplanung wehte an der Gemeindeversammlung am Montagabend viel Ablehnung entgegen. Das Vorhaben des Gemeinderats ist ein verschachteltes: Die Schulanlage Bützi soll erweitert werden, damit die Hinteregger Schulklassen, die heute das Schulhaus Güetli besuchen, dort einziehen können. Das Güetli wiederum soll neu die Kindergartenklassen beherbergen, die heute im Leeacher untergebracht sind. Teil des geplanten Ausbaus der Schulanlage Bützi ist eine Dreifachturnhalle. Dafür wurde ein Planungskredit in Höhe von 245'000 Franken traktandiert. Ob diese wirklich nötig ist, hinterfragten mehrere der 289 anwesenden Stimmbürger mit Voten.

Laut Gemeindepräsident Rolf Rothenhofer (parteilos) sind die Hallen bereits heute durch die Schule und die Vereine ausgelastet. «Wir sind nun mal ein sportliches Dorf, da braucht es mehr Turnhallen», sagte er. Genaue Zahlen zur Belegung konnte er jedoch nicht nennen. Ein Egger meldete Zweifel an. «Der neue Kunstrasenplatz entlastet die Hallen bereits», so sein Votum. Dazu sei das Argument des Gemeinderats, man brauche neue Hallen, da in den nächsten 15 Jahren die Zahl der Schüler von heute rund 870 auf zirka 1000 ansteigt, nicht stichfest. «Im Jahr 2006 gab es in Egg bereits einmal 1035 Schüler, die hatten ja auch Platz.» Wie danach noch weitere Wortmeldungen, erntete dieses Votum Applaus.

So kam es zum ersten Änderungsantrag. Eine Votantin forderte, dass als Variante zusätzlich eine Zweifachturnhalle projektiert werden soll, damit die Bevölkerung entscheiden kann, ob es die Zwei- oder Dreifachhalle wolle. Dieser Antrag wurde jedoch mit 144 Nein- zu 104 Ja-Stimmen abgelehnt.

Nicht nur die neue Dreifachturnhalle stiess auf Gegenwehr, auch der geplante Standort war umstritten. Bauvorstand Silvano Murchini (FDP) musste immer wieder betonen: «Bei den Plänen handelt es sich erst um eine Machbarkeitsstudie, nicht um ein fertiges Projekt.» Auch die Wortmeldung, man möge doch den Spielplatz weiter weg von den Wohnhäusern planen, da dieser auch nach 22 Uhr noch für Lärm sorge, konterte er mit diesem Argument.

Eine Hintereggerin äusserte Kritik am Plan, den Kindergarten Leeacher in das Schulhaus Güetli zu verlegen. «Das bedeutet den Verlust gut funktionierender Strukturen», sagte sie. «Die Bedürfnisse der Kinder wurden vergessen.» Dieser Meinung war auch ein Egger, der den zweiten Änderungsantrag stellte: «Die Leeacher-Kindergärten müssen bestehen bleiben und dafür das Schulhaus Güetli verkauft werden.» Nachdem darauf hingewiesen wurde, dass das Schulhaus für eine private Nutzung erst umgezont werden müsse, lehnten die Egger auch diesen Änderungsantrag mit 189 Nein- zu 10 Ja-Stimmen ab. Nach über einstündiger Diskussion folgte die Schlussabstimmung. Der Planungskredit wurde mit 154 Ja- zu 111 Nein- Stimmen genehmigt.

Teuer wie am Zürichsee

Das zweite Traktandum, ein Kredit für die Umsetzung des Parkplatzbewirtschaftungskonzepts in Höhe von 141'000 Franken, präsentierte Sicherheitsvorsteherin Corinne Huber (pro Egg). Durch eine Parkplatzbewirtschaftung mit Parkzonen und -karten will der Gemeinderat gegen Fremdparkierer in Wohngebieten vorgehen. Auch dazu gab es kritische Stimmen. Viele erachteten ein solches Konzept per se für überflüssig, da die bestehenden Parkplätze in den Tiefgaragen meist halb leer stehen würden.

«Dass auf die Quartiere ausgewichen wird, ist ein Fakt», entgegnete Huber. «Das zeigen Beschwerden von Anwohnern.» Doch die Gebühren für Parkkarten erregten die Gemüter noch mehr. «Früher haben wir über die Zürichseegemeinden gelacht, da dort alles teuer ist», sagte ein Votant. «Heute befinden wir uns in der gleichen Situation.» Bald könne man sich ein Leben in Egg nicht mehr leisten. Ein anderer Egger meinte: «Vor Jahren habe ich mich für eine eigenständige Gemeindepolizei ausgesprochen – aber nicht, damit sie mir Bussen verteilt.»

Eine Eggerin stellte den dritten Änderungsantrag des Abends: Die weisse Zone, in der ohne Parkkarte maximal vier Stunden geparkt werden darf, soll von Montag bis Freitag gelten, nicht bis Samstag. Zwar wurde dieser Antrag mit 138 Ja- zu 52 Nein- Stimmen genehmigt, doch dann kam noch einmal alles anders.

Ein Egger holte zum Rundumschlag aus und bezeichnete das ganze Konzept als nicht ausgereift. «Wie hoch werden denn zum Beispiel die Gebühren für das neue Parkhaus unter dem Chilbiplatz sein?», wollte er wissen. Dieser und weitere Punkte hätten in die Erarbeitung des Konzepts einfliessen müssen. Die Antwort von Gemeindepräsident Rothenhofer, man werde sich an der Tiefgarage in Esslingen orientieren, bestätigte seine Befürchtungen. «Dann steht das Parkhaus wieder leer, denn mit der geplanten Parkkarte kommt man günstiger.» Darum stellte er einen Rückweisungsantrag, der Gemeinderat solle das Konzept noch einmal überarbeiten. So schickten die Egger nach über zwei Stunden das Parkplatzbewirtschaftungskonzept mit 138 Ja- zu 98 Nein-Stimmen zurück an den Gemeinderat.